Schweizerisches Öffentliches Recht

Verankerung in der Bundesverfassung

Art. 68 Abs. 1 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft hält fest, dass der Bund den Sport fördert. Namentlich gestützt auf diese Bestimmung hat er sich dabei auch dessen negativen Aspekten zu widersetzen und dementsprechend Doping zu bekämpfen.

Umgesetzt wurde der Verfassungsauftrag bis am 1. Oktober 2012 durch die Art. 1 Litt. h und 11b bis 11f des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport sowie zwei dazugehörige Verordnungen. Art. 11f BG Sport stellte Herstellung, Einfuhr, Vermittlung, Vertrieb, Verschreibung und Abgabe von Mitteln zu Dopingzwecken sowie die Anwendung von Methoden zu ebensolchen an Dritten unter Strafe.

Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung

Das totalrevidierte Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung (SpoFöG) inklusive zugehöriger Verordnung wurde am 17. Juni 2011 von den Eidgenössischen Räten verabschiedet und ist am 1. Oktober 2012 in Kraft getreten. Am vorgenannten Grundsatz ist nur teilweise festgehalten worden: neu müssen die zuständigen Strafverfolgungs- und Gerichtsbehörden die Stiftung Antidoping Schweiz über eingeleitete Strafverfahren sowie Beschlüsse informieren. Dies bedeutet, dass die entsprechenden Personen nicht nur straf- und verwaltungs-, sondern auch disziplinarrechtlich verfolgt werden, sofern eine privatrechtliche Unterstellung unter die Regeln des Welt Anti-Doping Programms vorliegt.

Grundsatz der öffentlich-rechtlichen Dopingbekämpfung ist mit anderen Worten auch weiterhin, dass Besitz und Konsum von Dopingmitteln sowie die Anwendung von Dopingmethoden an sich selber strafrechtlich nicht relevant sind, und dass der privatrechtliche Sport in eigener Regie für die Bestrafung von gedopten Athleten zu sorgen hat, wohingegen der Staat sich auf Massnahmen gegen das potentielle Umfeld letzterer beschränkt.