Welt Anti-Doping Programm

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA)

Nach den Ereignissen an der Tour de France 1998 und der dabei aufgezeigten weiten Verbreitung von Doping im Radsport beschlossen das Internationale Olympische Komitee und verschiedene Regierungen, eine unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zu schaffen. Diese sollte Partner aus der Olympischen Bewegung und aus staatlichen Organisationen umfassen. Am 10. November 1999 ist die WADA als Stiftung nach schweizerischem Recht in Lausanne gegründet worden. Die Mission der WADA ist die Förderung und Harmonisierung der internationalen Dopingbekämpfung in allen Bereichen. Ihr Sitz ist in Lausanne, ihre Hauptbüros sind in Montreal, Kanada.

Das Welt-Anti-Doping-Programm (WADP)

Das Welt-Anti-Doping-Programm (WADP) der WADA ist erstmals am 3. März 2003 von den Delegierten der Internationalen Sportverbände und der Regierungen an einer Weltkonferenz in Kopenhagen angenommen worden. Auch das Internationale Olympische Komitee hat zugestimmt. Der Welt-Anti-Doping-Code hat Anfang 2004 den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung abgelöst und gilt seit Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele. Die überarbeitete Version 2009 brachte weitere entscheidende Anpassungen. Über 1000 Vertreter von Regierungen, Anti-Doping-Organisationen und dem Sport aus der ganzen Welt haben am 15. November 2013 unter der Leitung der WADA in Johannesburg, Südafrika das neue WADP 2015 verabschiedet. Es tritt am 1. Januar 2015 in Kraft.

Während der 18-monatigen Konsultationsphase wurden weltweit knapp 4‘000 Änderungsvorschläge eingereicht, wovon über 2‘000 in den Code eingearbeitet wurden. Die wichtigsten Änderungen im Code betreffen die vierjährige Regelsperre bei schweren Erstvergehen (z. B. Anabolika, EPO), grundsätzlich mehr Flexibilität bei der Festlegung von Sperren, die Ausweitung der Verjährungsfrist auf zehn Jahre, sowie die Einführung zweier neuer Dopingverstösse (Mittäterschaft, verbotener Umgang).

Das WADP besteht aus drei Ebenen:

  1. Welt-Anti-Doping-Code
  2. fünf Internationale Standards
  3. diverse Empfehlungen und Richtlinien

Der Code und die fünf Internationalen Standards müssen von den Unterzeichnern des Programms, darunter auch Swiss Olympic und Antidoping Schweiz, zwingend umgesetzt werden.

Der Code

Der Code ist das Basisdokument des Programms und stellt die Verantwortlichkeiten aller Interessensgruppen klar. Er vereinheitlicht Regeln und Verfahren weltweit.

Der Code stellt keine Definition des Dopings auf, sondern bezeichnet als Doping die Realisierung eines oder mehrerer der zehn folgenden Tatbestände:

  1. Vorhandensein einer verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker in der Probe eines Athleten;
  2. (versuchte) Anwendung einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode seitens eines Athleten;
  3. Vereitelung der Probenahme, Weigerung oder Unterlassen, eine Probe abzugeben;
  4. wiederholte Meldepflichtverstösse;
  5. (versuchte) unzulässige Einflussnahme auf einen Teil des Dopingkontrollverfahrens;
  6. Besitz einer verbotenen Substanz oder von Hilfsmitteln zur Anwendung einer verbotenen Methode;
  7. (versuchtes) Inverkehrbringen einer verbotenen Substanz oder von Hilfsmitteln zur Anwendung verbotener Methoden;
  8. (versuchte) Verabreichung einer verbotenen Substanz oder die (versuchte) Anwendung einer verbotenen Methode bei einem Athleten.
  9. Mittäterschaft (Gehilfenschaft, Ermutigung, Anleitung, Anstiftung, Konspiration, Verschleierung) oder sonstige vorsätzliche Teilnahme bei einem (versuchten) Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen durch eine andere Person.
  10. verbotener Umgang von Athleten und anderen Personen mit Trainern, Ärzten oder anderen Athletenbetreuern, die aufgrund eines Verstosses gegen Anti-Doping-Bestimmungen gesperrt sind oder die in einem Straf- oder Disziplinarverfahren im Zusammenhang mit Doping verurteilt wurden.

Internationale Standards

Die fünf Standards präzisieren die Bestimmungen des Codes. Dies betrifft insbesondere die Dopingliste, die Ausnahmebewilligungen zu therapeutischen Zwecken, die Dopingkontrolle und Ermittlungen, die Labors sowie den Schutz der Privatsphäre und persönlicher Informationen.