Jan Ullrich wegen Blutdopings verurteilt
Antidoping Schweiz hat das Urteil des TAS im Fall Jan Ullrich vs UCI zugunsten des Welt-Radsport-Verbandes UCI erfreut zur Kenntnis genommen.
Jan Ullrich wird für zwei Jahre rückwirkend beginnend ab 22. August 2011 gesperrt. Der Forderung nach einer lebenslangen Sperre Ullrichs kam das TAS aus formaljuristischen Gründen nicht nach. Zusätzlich werden aber alle durch den Athleten erzielten Resultate ab 1. Mai 2005 annulliert.
Auszüge aus dem Original-Wortlaut des TAS-Urteils:
„…Jan Ullrich raised several objections relating to the procedure and to the applicable law. The CAS Panel dismissed all of them and determined that the UCI Rules were applicable to this case. Furthermore, the CAS Panel ruled that it was possible, under the UCI Rules, to initiate disciplinary proceedings against Jan Ullrich even if the athlete was no longer a UCI licence-holder.”
„…Accordingly, a period of ineligibility of two years is imposed on Jan Ullrich, commencing on 22 August 2011, which is the date of the CAS hearing. Furthermore, in accordance with the UCI Rules, the CAS Panel has disqualified the results of Jan Ullrich sporting events in which he competed from 1 May 2005 until the time of his retirement. The CAS Panel fixed the commencement date at 1 May 2005 as it is established that Jan Ullrich was fully engaged with Dr Fuentes's doping program at least from that date.”
Nach akribischer Auswertung der vorhandenen und aufwendig zusammengetragenen Unterlagen (namentlich der umfangreichen Akte der Staatsanwaltschaft Bonn) war Antidoping Schweiz zum Schluss gelangt, dass Herr Ullrich zumindest Blutdoping regelmässig praktiziert hatte. Daraufhin wurde durch Antidoping Schweiz im Jahr 2009 die Eröffnung eines Verfahrens vor der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic (DK) angestrengt. Die DK stellte das Verfahren im Januar 2010 aus formaljuristischen Gründen jedoch ein. Die Bemühungen, den Fall vor dem TAS zu gewinnen, führten die UCI und Antidoping Schweiz anschliessend gemeinsam: Im Wissen darum, dass nach dem Entscheid der DK die Chancen der UCI auf eine materielle Beurteilung des Sachverhalts grösser waren als unsere eigenen, hatten wir die UCI davon überzeugt, einen eigenständigen Rekurs gegen den erstinstanzlichen Entscheid anzustrengen. Antidoping Schweiz bedankt sich bei der UCI für diese erfolgreiche Kooperation im Kampf gegen Doping.

