Clean Water - Pilotprojekt
Antidoping Schweiz lanciert Pilotprojekt mit Blutkontrollen und Blutpässen

Mit «Clean Water» lanciert Antidoping Schweiz erstmals ein Projekt mit Blutkontrollen und Blutpässen. Partner sind Swiss Swimming, das Laboratoire suisse d'Analyse du Dopage (LAD) sowie das Biotechnologie-Unternehmen AMGEN.
Neun Schweizer Spitzenschwimmerinnen und -schwimmer werden in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2012 regelmässig kontrolliert. Die aus dem Projekt gewonnenen Daten ermöglichen das Erstellen eines individuellen Langzeitprofils, das Unregelmässigkeiten, die auf eine Anwendung von Doping schliessen lassen, sichtbar macht.
«Dank der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft können wir nun in der Schweiz Blutkontrollen und Blutpässe einführen», sagt Matthias Kamber, «Dies ist dringend nötig, um mit der internationalen Entwicklung in der Dopingbekämpfung Schritt zu halten. Zudem profitieren wir von einem wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch».
Für das Projekt bildet Swiss Swimming ein Spezialkader mit neun Athletinnen und Athleten, die sich auf die Olympischen Sommerspiele 2012 in London vorbereiten. Diese werden von Antidoping Schweiz und vom Laboratoire suisse d'Analyse du Dopage (LAD) in Lausanne regelmässig kontrolliert, aber auch betreut und unterstützt. Die wiederkehrenden Urin- und Blutkontrollen bilden die Basis für die Erstellung eines individuellen Langzeitprofils (hämatologisches Profil und Steroidprofil) pro Athletin oder Athlet.
Die Einnahme von unerlaubten Mitteln verändert den Hormonhaushalt oder die Zusammensetzung des Blutes; eventuelle Unregelmässigkeiten in den Profilen liefern damit Hinweise auf die Anwendung von Doping. Dies ist selbst dann möglich, wenn die verbotene Substanz nicht eindeutig identifiziert werden kann. Einige der mit den Kontrollen erhobenen Werte können zudem zur Beurteilung des Gesundheits- und Trainingszustandes beigezogen werden. Die Kontrollen werden gemäss internationalen Richtlinien durchgeführt und analysiert.
Das Projekt wird vorerst für ein Jahr durch das Biotechnologie-Unternehmen AMGEN mitfinanziert und wissenschaftlich begleitet.
«Diese Zusammenarbeit mit Industrie und Verbänden ist ein wichtiger Meilenstein in der Bekämpfung gegen Doping», sagt Corinne Schmidhauser, Präsidentin von Antidoping Schweiz. Und fügt an: «Dopingbekämpfung ist aber eine gemeinsame Aufgabe von Verbänden, Privaten und Bund. Wir hoffen deshalb, dass auch der Bund diese Verantwortung mitträgt und seinerseits den seit Jahren gleichgebliebenen Beitrag den neuen Herausforderungen entsprechend erhöht».
Steffen Liess, Chef Leistungssport Swiss Swimming, ist stolz darauf, dass sein Verband mit dem Projekt «Clean Water» national und auch international zu den Pionieren zählt. «Doping ist auch im Schwimmsport immer wieder ein Thema. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der internationale Schwimmverband noch keine regelmässigen Blutproben erhebt und keine biologischen Pässe für seine Spitzenleute erstellt», so Liess. «Mit «Clean Water» zeigt Swiss Swimming, dass wir aktiv etwas gegen Dopingmissbrauch tun, anstatt nur zu beteuern, sauber zu sein.»
>> Website von «Clean Water»

