Gendoping
Unter
Gen- oder Zelldoping wird jede medizinische nicht indizierte
Verwendung von Genen, Bestandteilen von Genen und/oder Zellen verstanden, die potentiell die sportliche Leistung erhöhen können.
Ausdrücklich erwähnt werden:
- Die Übertragung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäurensequenzen;
- Die Verwendung von normalen oder genetisch modifizierten Zellen.
Wirkungen
Das gezielte Einbringen von Genen in bestimmte menschliche Zellen soll Krankheiten heilen, die durch einen Gendefekt hervorgerufen werden. Die betroffenen Menschen könnten so auf eine Vielzahl von Medikamenten verzichten und hätten eine bessere Lebensqualität.
Nebenwirkungen
Über die langfristigen Auswirkungen ist heute noch nichts bekannt.
Als Erstes wurde eine Therapie mit Genen bei der zystischen Fibrose eingesetzt. Diese angeborene Stoffwechselkrankheit, die in einer vermehrten Produktion von zähflüssigem Schleim in den Bronchien resultiert, beruht auf einem Gendefekt. Die Hoffnungen der Gentherapie wurden bisher nicht erfüllt, da das
Gen entweder nicht
genügend in die Zellen gelangte oder der verwendete
Vektor ("das Taxi für das
Gen") starke Nebenwirkungen hervorrief.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Veränderung des Muskelwachstum durch eine Blockade des Gens für Myostatin und der vermehrten Erythropoietinproduktion durch das Einschleusen genmanipulierter Zellen. Was im Tierversuch teilweise bereits funktioniert, ist zur
Anwendung am Menschen noch nicht bereit.
Besonderes
Schlagzeilen
Wann genetische
Manipulationen im Sport eingesetzt werden, ist nicht bekannt. Während einige Experten die Gefahr genmanipulierter
Athleten bereits im nächsten Jahrzehnt erwarten, winken andere ab und verweisen auf die Probleme der Gentherapie, die in der medizinischen Forschung bestehen. Die
WADA versucht mit Forschungsprojekten für diese Herausforderung gewappnet zu sein.