Create PDFPrint this

Gendoping

 
Gendoping ist seit dem 1. Januar 2003 explizit auf der Dopingliste aufgeführt und verboten.
Unter Gen- oder Zelldoping wird jede medizinische nicht indizierte Verwendung von Genen, Bestandteilen von Genen und/oder Zellen verstanden, die potentiell die sportliche Leistung erhöhen können.
Ausdrücklich erwähnt werden:
  1. Die Übertragung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäurensequenzen;
  2. Die Verwendung von normalen oder genetisch modifizierten Zellen.
Faktenblätter (siehe rechts) zu Gendoping und eine Gendoping Broschüre stehen seit Dezember 2007 zur Verfügung.
 
Wirkungen
Das gezielte Einbringen von Genen in bestimmte menschliche Zellen soll Krankheiten heilen, die durch einen Gendefekt hervorgerufen werden. Die betroffenen Menschen könnten so auf eine Vielzahl von Medikamenten verzichten und hätten eine bessere Lebensqualität.
 
Nebenwirkungen
Über die langfristigen Auswirkungen ist heute noch nichts bekannt.
 
Anwendung in der Medizin
Als Erstes wurde eine Therapie mit Genen bei der zystischen Fibrose eingesetzt. Diese angeborene Stoffwechselkrankheit, die in einer vermehrten Produktion von zähflüssigem Schleim in den Bronchien resultiert, beruht auf einem Gendefekt. Die Hoffnungen der Gentherapie wurden bisher nicht erfüllt, da das Gen entweder nicht genügend in die Zellen gelangte oder der verwendete Vektor ("das Taxi für das Gen") starke Nebenwirkungen hervorrief.
 
Anwendung im Sport
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Veränderung des Muskelwachstum durch eine Blockade des Gens für Myostatin und der vermehrten Erythropoietinproduktion durch das Einschleusen genmanipulierter Zellen. Was im Tierversuch teilweise bereits funktioniert, ist zur Anwendung am Menschen noch nicht bereit.
 
Besonderes
 
Schlagzeilen
Wann genetische Manipulationen im Sport eingesetzt werden, ist nicht bekannt. Während einige Experten die Gefahr genmanipulierter Athleten bereits im nächsten Jahrzehnt erwarten, winken andere ab und verweisen auf die Probleme der Gentherapie, die in der medizinischen Forschung bestehen. Die WADA versucht mit Forschungsprojekten für diese Herausforderung gewappnet zu sein.