Cannabinoide (Cannabis, Haschisch, Marihuana)
Cannabinoide sind seit dem 1. Januar 2004 in allen Sportarten an Wettkämpfen verboten.
Cannabinoide werden aus dem indischen Hanf,
Cannabis sativa, gewonnen. Die wirksamste
Substanz ist das Δ9-Tetrahydrocannabinol (
THC). Das natürliche (wie z.B.
Cannabis,
Haschisch,
Marihuana) oder synthetische Δ9-Tetrahydrocannabinol (
THC) und die Cannabimimetika [z.B. « Spice » (enthaltend JWH018, JWH073), HU-210] sind verboten.
Wirkungen
Es werden Wirkungen wie ein Gefühl der Entspannung, eine leichte Euphorie sowie eine Distanz zu Alltagsproblemen angegeben. Sinnesreize werden intensiver empfunden und Denkprozesse phantasievoller und berauschender erlebt.
Nebenwirkungen
Sind sehr vielfältig. Bei hohen Dosen kann es zu psychotischen Anfällen kommen. Es kann zu einer psychischen Abhängigkeit kommen, über eine physische Abhängigkeit gibt es keine gesicherten Daten.
Cannabis wird in der Medizin bei starken Schmerzen oder zur Steigerung des Appetits bei AIDS-Patienten eingesetzt.
Cannabis vermag indirekt leistungssteigernd zu wirken, indem es in tiefen Dosen leicht beruhigend wirkt. In einer gefährlichen Sportart kann der Konsum geringer Mengen eine leichte Enthemmung bewirken, sodass die Risikobereitschaft steigt. In den meisten Sportarten wirkt
Cannabis jedoch eher leistungshemmend, da es die koordinativen Fähigkeiten verschlechtert und die Reaktionsfähigkeit herabsetzen kann.
Besonderes
Cannabis ist im
Wettkampf verboten. Für den Nachweis wird im Urin ein Abbauprodukt von
THC nachgewiesen, das Carboxy-
THC. Eine Urinkonzentration grösser als 15 ng pro Milliliter Carboxy-
THC wird als positive
Probe beurteilt. Der Grenzwert soll verhindern, dass durch Passivrauchen ein positiver Fall auftritt.
Cannabinoide werden individuell sehr verschieden im Körper abgebaut. Deshalb kann Carboxy-
THC im Urin auch noch mehrere Tage bis Wochen nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden.
Sportlerinnen und
Sportler sollen deshalb grundsätzlich auf den Cannabiskonsum verzichten.
Schlagzeilen
1998: Der erste Cannabisfall sorgte an den Olympischen Winterspielen in Nagano 1998 für Schlagzeilen. Der Snowboarder Ross Rebagliati (Kanada) wurde vom
IOK gesperrt. Das
TAS hob die Sperre 24 Stunden später wieder auf.
In der Schweiz betreffen seit dem Jahr 2004 etwa die Hälfte aller Dopingfälle
Cannabis.