EPO Nachweis im Urin
Seit dem Jahr 2000 existiert ein direkter Nachweis von Erythropoietin (
EPO) im Urin (F. Lasne, J. de Ceaurriz: Recombinant erythropoietin in urine, Nature, (408), 635, 2000).
Worauf beruht das Nachweisverfahren?
EPO ist ein Glykoproteinhormon (
s. Hintergrundartikel). Das heisst, es besteht aus dem biologisch aktiven Eiweissteil und 4 Kohlenhydrat-Seitenketten. Diese Seitenketten bewirken, dass
EPO im Blut löslich ist und von der Niere zum Knochenmark transportiert werden kann. Gentechnologisch hergestelltes
EPO unterscheidet sich vom natürlichen
EPO in diesen Zucker-Seitenketten. Dadurch sind auch die elektrische Ladung und die Löslichkeit bei verschiedenen Säurestärken in einer wässrigen Lösung unterschiedlich. Der Urin wird für den
EPO-Nachweis auf ein Gel aufgetragen, welches einen Säuregradient aufweist. Nun wird eine elektrische Spannung angelegt. Das gentechnologisch hergestellte
EPO wandert unter diesen Bedingungen weniger weit vom negativen zum positiven Pol hin als das natürliche
EPO. Abschliessend kann das
EPO mittels immunologischer
Methoden auf dem Gel sichtbar gemacht werden.
Was kann die Methode leisten?
Es gibt heute verschiedene gentechnologisch hergestellte
EPO Formen unterschiedlicher geographischer Herkunft. Diese so genannte „Bio-Similars“ von
EPO haben alle ein leicht unterschiedliches Laufverhalten auf dem Gel. Deshalb wird heute darüber diskutiert, dass
Sporttreibende „normale“
EPO-Profile aufweisen müssen, sonst gilt das Resultat als abweichendes Analysenresultat. Das heisst, ein
Labor muss nicht mehr genau nachweisen, welche
EPO-Form missbraucht wurde, sondern lediglich eine Abweichung zu einem normalen
EPO-Profil.
Anerkennung der Methode
Der Nachweis von
EPO im Urin wurde von der
WADA im Juni 2003 als rechtsgültiger Test anerkannt.