Maskierende Substanzen / Diuretika
In diese Kategorie fallen neben den Diuretika auch andere Substanzen, die eine Dopingprobe potentiell verändern können, die Ausscheidung von Substanzen beeinflussen oder das Vorhandensein von Substanzen verschleiern.
Unter die maskierenden Substanzen fallen z.B:
- Diuretika
- Desmopressin
- Probenecid
- Plasmaexpander (Albumin, Dextrane, HES)
Wirkungen
- Diuretika siehe unten
- Probenecid: Die Substanz hemmt bei einer Vielzahl von Substanzen die Ausscheidung über die Niere.
- Plasmaexpander: erhöhen den Flüssigkeitsgehalt des Plasmas und führen zu einer Senkung eines erhöhten Hämatokritwertes.
Nebenwirkungen
- Probenecid: Magen-Darm-Beschwerden, allergische Reaktionen
- Plasmaexpander: allergische Reaktionen, Schwindel, asthmaähnliche Zustände bis zu einem Atem- und Kreislaufstillstand.
Anwendung in der Medizin
- Probenecid: zur Behandlung von Gichtanfällen. Probenecid erhöht die Ausscheidung von Harnsäure.
- Plasmaexpander: in der Notfallmedizin bei grossen Blutverlusten oder bei grossflächigen Verbrennungen, zur therapeutischen Blutverdünnung.
Anwendung im Sport
- Probenecid: Mit der Einnahme von Probenecid werden Substanzen länger im Körper zurückbehalten und nur in kleinen Mengen ausgeschieden. Auch die Anabolen Steroide werden folglich nur in geringen Mengen in den Urin ausgeschieden.
- Plasmaexpander: Mit der Anwendung versuchen Athleten, den Hämatokritwert zu senken (als Gegenmassnahme bei EPO-Doping). Eine weitere Anwendung ist die Kompensation von Flüssigkeitsverlusten bei Ausdauerbelastungen.
Besonderes
- Maskierende Substanzen sind im und ausserhalb des Wettkampfes verboten.
Schlagzeilen
2001: An den nordischen Weltmeisterschaften in Lahti wurde bei sechs finnischen Langläufern und Langläuferinnen der Plasmaexpander HES (Hydroxyethylstärke) nachgewiesen.
2002: Beim Radfahrer Stefano Garzelli wurde Probenecid in einer Urinprobe nachgewiesen.
Diuretika
Sie fördern die Ausscheidung von Urin. Sie sind seit 1988 auf der Dopingliste und gehören zu den maskierenden Substanzen.
Wirkungen
- Diuretika wirken auf die Niere und fördern die Ausscheidung von Urin.
- Stark wirkende Diuretika führen in wenigen Stunden zu schnellem Wasserverlust und damit zu einer Gewichtsreduktion von einem bis drei Kilogramm.
Nebenwirkungen
- Der Wasser - und Salzhaushalt wird gestört und Mineralstoffe gehen verloren. Dies kann zu Muskelkrämpfen und Nierenschäden führen.
- Zudem können bei Männern Impotenz und bei Frauen Störungen der Monatsblutung auftreten.
Anwendung in der Medizin
- Bei Bluthochdruck oder bei Ansammlung von Wasser in Geweben (Ödem).
Anwendung im Sport
Es gibt zwei Gründe, weshalb Diuretika im Sport missbraucht werden.
- Einerseits kann ein schneller Gewichtsverlust herbeigeführt werden, was in Sportarten mit Gewichtsklassen zu einem Start in einer tieferen Klasse verhelfen könnte.
- Andererseits wird versucht durch die erhöhte Wasserausscheidung Urinproben zu "verwässern", damit Dopingsubstanzen in so geringen Konzentrationen vorliegen, dass sie nicht mehr nachgewiesen werden können.
Besonderes
- Diuretika sind im und ausserhalb des Wettkampfes verboten.
Schlagzeilen
2000: Eine Woche vor Beginn der Olympischen Kanu-Wettbewerbe in Sydney wurde der Top-Favorit im Kajak Petar Merkow des Dopings überführt. An den Landesmeisterschaften war ihm die Einnahme von Diuretika nachgewiesen worden.
2000: Dem bulgarischen Gewichtheber Iwan Iwanow wurde die Silbermedaille in Sydney aberkannt, nachdem er in der Wettkampfkontrolle positiv auf Furosemid getestet worden war.
2002: Russlands Gymnastik-Weltmeisterinnen Alina Kabajewa und Irina Tschatschina wurden wegen der Einnahme von Diuretika vom internationalen Turnverband (FIG) gesperrt.