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Stimulanzien

Stimulanzien (auch Psychostimulanzien oder Sympathomimetika genannt) sind Aufputschmittel, die kurzfristig eine Leistungssteigerung bewirken und die Stimmung heben. Die chemische Struktur von typischen Stimulanzien wie Amphetamin oder Ephedrin ist ähnlich wie diejenige der körpereigenen Hormone Adrenalin und Noradrenalin. Sie haben deshalb auch eine ähnliche Wirkung auf den Organismus.

Wirkungen
Stimulanzien wirken auf das Nervensystem. Sie erhöhen den allgemeinen Energieumsatz und bewirken eine Verzögerung der Ermüdung. Sie steigern die Körpertemperatur, den Herzschlag und den Blutdruck. Sie führen zu einer Hochstimmung (Euphorie).

Nebenwirkungen
Stimulanzien führen zu Stresssymptomen, Unrast, Aggression, sowie zu psychischen Störungen wie Depression und Suchtverhalten. Durch die erhöhte Körpertemperatur und den erhöhten Herzschlag können Herz-Kreislauf Probleme durch Überlastung auftreten. In hohen Dosen wird das körpereigene Warnsystem ausgeschaltet und die körpereigenen "eisernen" Energiereserven werden aufgebraucht. Dies kann zu schweren Erschöpfungszuständen und im Extremfall zum Tod führen.

Anwendung in der Medizin
Zentral wirkende Stimulanzien (wie z.B. Amphetamin) haben kaum eine medizinische Indikation. Einige Stimulanzien (z.B. Phentermin) werden als Appetitzügler eingesetzt. Indirekt funktionierende Stimulanzien wie Ephedrin wirken auf die Atemwege (erschlaffend auf Bronchien und abschwellend auf Nasenschleimhaut) und sind in vielen Erkältungsmitteln zu finden.

Anwendung im Sport
Stimulanzien sind sehr wirksame Dopingmittel im Wettkampf, welche vor allem in den 70er Jahren häufig eingesetzt wurden. Es gab Todesfälle im Sport, welche auf den Missbrauch von Stimulanzien zurückzuführen sind. Deshalb wurden sie seit 1967 am Wettkampf verboten. Dank wirkungsvoller Dopingkontrollen im Wettkampf hat ihr Gebrauch abgenommen.

Besonderes
Einige Erkältungsmittel enthalten ephedrinartige Wirksubstanzen (wie Ephedrin, Methylephedrin, Pdeudoephedrin,Cathin), welche in höheren Dosen als Stimulanzien im Wettkampf verboten sind. Derartige Arzneimittel sollten deshalb 48 Stunden vor einem Wettkampf abgesetzt und durch erlaubte Arzneimittel ersetzt werden. Vorsicht ist auch bei Appetitzüglern geboten, welche Stimulanzien enthalten können.

Schlagzeilen
1967 starb der englische Radprofi Tom Simpson während der Tour de France am Mont Ventoux nach der Einnahme von Amphetaminen. Mitverantwortlich für den Tod war ein Sonnenstich. Noch im gleichen Jahr verboten der Internationale Radsportverband (UCI) und das Internationale Olympische Komitee (IOK) Stimulanzien und Narkotika und das IOK gründete die medizinische Kommission.
Im Juni 2002 wurde Jan Ullrich der Olympiasieger und -Gewinner der Tour de France von 1997 in seiner Rehabilitation nach einer Knieoperation positiv auf Amphetamine getestet. Das Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) sperrte Ullrich für sechs Monate.
Die US-Amerikanische 100m-Sprinterin Kelli White, wurde bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August 2003 in Paris positiv auf Modafinil getestet. Sie gab an, Modafinil genommen zu haben, da sie unter der Ermüdungskrankheit Narkolepsie leide, sie hatte jedoch vor den Wettkämpfen keinerlei Angaben dazu gemacht. Sie akzeptierte die von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA ausgesprochene zweijährige Sperre und verlor beide an der WM in Paris errungenen Goldmedaillen. In Anhörungen zur Balco-Affäre um die Dopingsubtanz THG (Tetrahydrogestrinon) gab die Athletin zu, neben Modafinil auch Erythropoietin (EPO) und nicht nachweisbare anabole Steroide missbraucht zu haben. Alle Wettkampfresultate der Athletin zwischen Dezember 2000 und 2004 wurden aus den Ergebnislisten gestrichen.

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