Testosteron und
Epitestosteron (T/E) sind natürliche
Steroidhormone und werden beim Mann im Verhältnis von etwa 1:1 ausgeschüttet. Im Sport verbotene Anabolika haben in der Regel eine chemisch und pharmakologisch starke Ähnlichkeit mit Testosteron. Medizinische Indikationen zu einer
Verwendung von Anabolika sind vor allem ein Mangel an Hormonen z.B. bei älteren Personen, bei Personen mit krankheitsbedingter Unterproduktion körpereigener
Steroidhormone oder sie dienen zum Stoppen des Längenwachstums bei grosswüchsigen Kindern. Im Sport sind diese Anabolika nicht erlaubt, führen sie doch zu einem Muskelaufbau und zur Zunahme von Muskelkraft, könnten aber auch in der Regeneration und Rehabilitation eingesetzt werden (s. auch unter Anabolika).

Chemische Struktur der körpereignen
Steroidhormone Testosteron und
Epitestosteron im Vergleich mit der Struktur einiger synthetischer Anabolika.
Durch Zufuhr von Anabolika wird das körpereigene
Hormon-Gleichgewicht gestört und die körpereigene Produktion von Steroidhormonen vermindert oder gar gestoppt. Dies wird bei den Dopingproben beim sogenanntes "Steroidprofil" beobachtet. Zudem wird das Verhältnis von T/E erhöht, da meistens
Epitestosteron stärker unterdrückt wird als Testosteron. Das gestörte Steroidprofil sowie die Erhöhung von T/E werden oft auch nach Absetzen der Anabolika beobachtet und erholt sich anschliessend langsam (teilweise über Monate).
Messung der von Testosteron und
Epitestosteron im Urin (Proben von Sportlern): Oberes Bild: Normalfall mit T/E etwa 1 (STD: interner Standard für die Analyse); Unteres Bild: T/E grösser als 4;
Messung der Steroidprofile im Urin (Proben von Sportlern): Linkes Bild: normales Steroidprofil (Nummern 1 bis 5 sind Beispiele körpereigener
Steroidhormone).
Rechtes Bild: Ein durch den Gebrauch von Anabolika unterdrücktes körpereigenes Steroidprofil.
Ist T/E bei einer
Dopingkontrolle über 4, so müssen Folgeuntersuchungen durchgeführt werden, welche Aufschluss geben, ob allenfalls ein natürlich erhöhtes Verhältnis oder eine verbotene
Manipulation vorliegt. Diese Abklärungen können durch zusätzliche
Dopingkontrollen oder durch spezifische Analysenmethoden wie GC-IRMS erfolgen.
Mehr zum T/E-Verhältnis (Seite 12-13)