Antidoping Schweiz begrüsst den 2. Report der WADA-Kommission

15.01.2016 - Öffentlichkeit

Stellungnahme zum zweiten Bericht der unabhängigen WADA-Kommission

Antidoping Schweiz hat den zweiten Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), der am 14. Januar 2016 in München vorgestellt wurde, zur Kenntnis genommen. Antidoping Schweiz gratuliert der Untersuchungskommission zur schnellen und umfassenden Arbeit.

Der Bericht zeigt bei der Führung des internationalen Leichtathletikverbandes IAAF eine erschreckende Kultur von Korruption, Vetternwirtschaft, Vertuschung und Versagen jeglicher Controlling-Instrumente im Bereich der Dopingbekämpfung. Antidoping Schweiz ist vollständig WADA Code compliant und muss zu Recht verschiedenen nationalen und internationalen Behörden und Organisationen jährlich in unterschiedlicher Form Rechenschaft ablegen. Zudem zeigt Antidoping Schweiz mit dem Erlangen der ISO 9001:2015 Qualitätsnorm, dass ihre Aktivitäten auch von einer externen Zertifizierungsorganisation geprüft werden. „Es ist erstaunlich, dass die IAAF unter den im Bericht geschilderten Umständen Code compliant ist“, sagt Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, und erwartet, dass die WADA  eine erneute Überprüfung vornimmt.

„Um das Vertrauen in eine wirksame internationale Dopingbekämpfung wieder herzustellen, müssten Dopingkontrollen weltweit häufiger und vermehrt durch überprüfbare, unabhängige Agenturen durchgeführt werden“, fordert Matthias Kamber. „Es ergibt sich ein potentieller Interessenskonflikt, wenn internationale Sportverbände einerseits für die Förderung und Vermarktung ihrer Sportart zuständig sind und gleichzeitig für Dopingkontrollen und Sanktionen.“ Antidoping Schweiz fordert, dass im Vorfeld der Olympischen Spiele in Rio nun vermehrt unangekündigte Dopingkontrollen von unabhängigen Organisationen durchgeführt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei Ländern gelten, die einerseits über zahlreiche potentielle Medaillengewinnerinnen und -gewinner, aber andererseits über keine umfassende und unabhängige Dopingbekämpfung im eigenen Land verfügen. Nur so können saubere Athletinnen und Athleten geschützt und allen faire Wettkampfbedingungen gewährleistet werden. Die WADA als regulatorische und überwachende Behörde kann diese Umsetzungsaufgabe selber nicht übernehmen. Antidoping Schweiz ist bereit, zusammen mit einem Netzwerk von unabhängigen Anti-Doping-Organisationen ihren Beitrag dazu zu leisten.

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