Antidoping Schweiz entwickelt neue Kontrollmethode mit

07.10.2019 - Öffentlichkeit

Antidoping Schweiz setzt ihre Tradition fort und engagiert sich für die Weiterentwicklung von Dopingkontrollen. Die hohen Kosten, die aufwändige Logistik sowie die Umstände für die Athletinnen und Athleten sind einige der Nachteile der heute etablierten Entnahme von Urin- und venösen Blutproben. Eine neue Methode soll nun substanzielle Verbesserungen bringen. Bei der Trockenblut-Methode werden einige Tropfen Kapillarblut entnommen und trocken transportiert. International wird die Methode Dried Blood Spot oder kurz DBS genannt.

Antidoping Schweiz übernimmt eine führende Rolle im DBS-Projekt, das von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA koordiniert wird. In der Schweiz wurden über die letzten Jahre testweise bereits zahlreiche DBS-Proben entnommen. Damit wurde die Entwicklung international angestossen. Ziel des Projektes ist es, Standards für Probenahme, Transport, Analyse und Lagerung der Trockenblut-Proben festzulegen. Damit soll DBS als Kontrollmethode von der WADA akkreditiert werden. DBS soll anschliessend allen Anti-Doping-Organisationen zur Verfügung stehen und für die Olympischen Spiele in Peking 2022 etabliert sein.

Ernst König, Direktor von Antidoping Schweiz, freut sich über die international hohe Priorität des Vorhabens: «Wir engagieren uns gerne in Projekten, welche die Abläufe für den sauberen Sport effizienter machen und den Alltag der Athleten vereinfachen.»

Bedeutender Effizienzgewinn

Neben den offensichtlichen Erleichterungen für die kontrollierten Athletinnen und Athleten sollen die Dauer von Dopingkontrollen sowie Transport und Lagerung der Proben deutlich erleichtert werden. Dadurch soll es möglich werden, mehr Sportlerinnen und Sportler zu kontrollieren und mehr Proben zu entnehmen. Dies gilt insbesondere für geografisch entlegene Gebiete, in denen die Dauer und Umstände des Transports von Urin- oder venösen Blutproben deren Qualität für die spätere Analyse im Labor beeinträchtigen können. Dr. Olivier Rabin, Senior Executive Director bei der WADA meint dazu: «Es ist gut möglich, dass DBS ein fundamentaler Durchbruch bedeutet für die internationale Reichweite von Dopingkontrollen.» Die Trockenblut-Methode werden in einer ersten Phase die bisherigen Verfahren nicht vollständig ersetzen, sondern je nach Situation und Ziel der Kontrolle ergänzend zum Einsatz kommen.

Internationale Kooperation

Das DBS-Projekt wird im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der Internationalen Kontroll-Agentur (ITA) sowie den Nationalen Anti-Doping-Agenturen aus Australien, China, Japan, USA und der Schweiz durchgeführt.