Bericht Doping-Untersuchungskommission 1993

14.08.2013 - Öffentlichkeit

Aufgrund aktueller Entwicklungen in Frankreich und Deutschland kam in den letzten Tagen vermehrt auch in der Schweiz die Frage auf, ob es in der Vergangenheit staatlich organisiertes Doping gab. Das Bundesamt für Sport hat dazu den Schlussbericht der Doping-Untersuchungskommission (DUK) von 1993 auf seiner Website veröffentlicht.

Link zur BASPO Website

DUK Bericht 1993 zum Download (pdf)

Die DUK war im September 1992 durch die informelle Arbeitsgruppe "Sport Schweiz" eingesetzt worden. Sie hatte zum Ziel, gegen die Schweiz gerichtete Dopingvorwürfe - insbesondere gegen Kugelstosser Werner Günthör - zu untersuchen und zu beurteilen.

Erkenntnisse der DUK (siehe Seite 4-5 im Bericht):

  1. Wie bereits aus Zeitungsartikeln und Radiointerviews bekannt, wurde Werner Günthör in den Jahren 1984 bis 1988 durch Dr. med. Bernhard Segesser drei- bis viermal Anabolika-Behandlungen verordnet. Die Verschreibungen erfolgten aus "medizinischen Gründen". Nach Ansicht der DUK verstiess diese "therapeutische" Verabreichung von Anabolika vor 1989 gegen die damals gültigen nationalen und internationalen Bestimmungen, da diese keinerlei Ausnahmebestimmungen hinsichtlich der Verabreichung der verbotenen Substanzen vorsahen.
  2. Die DUK fand keine Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Behauptung, in der Schweiz existiere ein "Geheimbund aus Ärzten und Funktionären", der Dopingpraktiken schützt und vertuscht.
  3. An Schützen und Moderne Fünfkämpfer der Schweizer Delegation an den Olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles waren mittels ärztlicher Zeugnisse präventiv leistungssteigernde Beta-Blocker verschrieben worden. Diese Handlungsweise verstiess zwar nicht gegen die damals gütigen Reglements des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), wohl aber gegen nationale Vorschriften und war überdies ethisch höchst fragwürdig.

Des Weiteren verfasste die DUK neun Empfehlungen betreffend einer besseren Bekämpfung von Doping.

Die DUK bestand aus drei Mitgliedern:

  • Prof. Dr. med. Max Hess, Bern (Vorsitz)
  • Dr. iur. Hans Bodmer, Zürich
  • PD Dr. med. Gérald Theintz, Genf

Sekretär: Dr. phil. nat. Matthias Kamber

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