Jahresmedieninformation vom 25.04.2017 von Antidoping Schweiz

25.04.2017 - Öffentlichkeitsarbeit

Alle Ziele erreicht

Antidoping Schweiz erfüllte 2016 alle vorgesehenen Jahresziele. Wie in den Jahren zuvor stiegen die Anforderungen an Kontrollen, Prävention, Recht, IT und Administration erneut. Bei gleichbleibenden Ressourcen stellt dies Antidoping Schweiz zunehmend vor Probleme.

Die Stiftung Antidoping Schweiz erreichte ihre Ziele 2016 vollumfänglich und erfüllte die Leistungsaufträge gegenüber Swiss Olympic und dem Bund in allen Punkten. Dies ist insbesondere hervorzuheben, weil 2016 der Umzug der Geschäftsstelle von Ittigen nach Bern, die vollständige Erneuerung der IT, die Zertifizierung nach der neuen Qualitätsnorm ISO 9001:2015 und mehrere personelle Änderungen zu bewältigen waren. „Dies spricht für die stabilen Strukturen, das anwendungsorientierte Managementsystem und vor allem für ein gut eingespieltes und motiviertes Team“ kommentiert Matthias Kamber, Direktor der Stiftung Antidoping Schweiz.

In den Bereichen Kontrollen, Recht, Prävention und Administration ergaben sich Mehraufwände durch die Umsetzung des Welt-Anti-Doping-Programms (WADP) 2015. Zudem mussten auf Grund der Diskussionen rund um gehackte Systeme verschiedener Anti-Doping-Agenturen die Investitionen in die Datensicherheit erhöht werden. Die laufend steigenden Anforderungen bei gleichbleibenden Einnahmen bedeuten zum fünften Mal in Folge einen Aufwandüberschuss. Die finanziellen Reserven sind mittlerweile auf einem Minimum. „Der enge finanzielle Rahmen ist sehr bedauerlich, weil Antidoping Schweiz im Umfeld von internationalen Dopingskandalen zusammen mit anderen etablierten nationalen Anti-Doping-Agenturen mithelfen könnte, das angeschlagene Vertrauen in den sauberen Sport wiederherzustellen. Dies auch zugunsten der Chancengleichheit für Schweizer Athletinnen und Athleten“ bemerkt Corinne Schmidhauser, Präsidentin von Antidoping Schweiz.

 

Anzahl Dopingproben im Jahr 2016 auf gleichbleibendem Niveau

Antidoping Schweiz erhob 2016 total 3’269 Dopingproben (2015: 3‘085 Proben), davon waren 2‘449 Urinproben (2015: 2‘295), 1‘434 ausserhalb von Wettkämpfen und 1’015 im Wettkampf. Von den total 820 Blutproben (2015: 790) wurden 792 ausserhalb von Wettkämpfen durchgeführt.

2‘003 Urinproben (2015: 1‘948) wurden gemäss eigenem Kontrollkonzept erhoben, 1‘307 davon ausserhalb von Wettkämpfen und 696 im Wettkampf. Weiter wurden 764 Blutproben im eigenen Kontrollkonzept genommen (2015: 747), 744 ausserhalb von Wettkämpfen und 20 an Wettkämpfen. Insgesamt wurden 502 Proben durch Dritte bezahlt (2015: 390), 446 Urin- und 56 Blutproben.

Die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic (DK) fällte im vergangenen Jahr 8 (2015: 16) Entscheide zu Dopingverstössen, vier davon mit Sanktionen. Fünf Verfahren waren per Jahresende bei der DK hängig. Im Jahr 2016 stellte Antidoping Schweiz 501 (2015: 389) verwaltungsrechtliche Verfügungen zum Einzug und zur Vernichtung von Dopingmittel aus, die durch die Zollbehörden beschlagnahmt worden waren. Die meisten betrafen Fitnesssportler. Dies verursachte einen weiter zunehmenden administrativen Aufwand.

 

Erfolgreiche Dopingprävention

Im Bereich Prävention wurde konsequent auf Athletinnen und Athleten mit hohem Leistungsniveau sowie deren direktes Umfeld fokussiert. „Antidoping Schweiz will dazu beitragen, dass Athletinnen und Athleten aufmerksam sind und die relevanten Informationen kennen und verstehen “ sagt Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz. „Die Zusammenarbeit mit Sportverbänden und die Ausbildungstätigkeit ist ungebrochen gefragt und wurde deshalb im Jahr 2016 erneut erhöht“. Antidoping Schweiz führte 2016 111 Schulungen durch, das heisst fast an jedem dritten Tag. Daran nahmen rund 3‘250 Personen (2015: 2‘400) teil. Auch die Website wurde zum wiederholten Jahr stärker genutzt: 2016 wurden rund 130'000 Besuche (2015 rund 120’000) und rund 96'000 Besucher (2015 rund 83'000) gezählt.

Zudem wurde die Schweizer Medikamentendatenbank in einen grösseren internationalen Verbund überführt, sodass Athletinnen und Athleten über einen einzigen Zugriff Medikamente aus sechs Ländern überprüfen können. Das Medikamenten App wurde entsprechend rundum erneuert.

 

Befragung von Trainerinnen und Trainern

Im Berichtsjahr wurde eine grössere online Befragung bei Trainerinnen und Trainern durchgeführt. Die Auswertung ergab unter anderem, dass die Anzahl der durchgeführten Dopingkontrollen in der Schweiz als mehrheitlich gerade richtig oder als zu tief beurteilt wird. Knapp 90 % der Trainer halten mehr Dopingkontrollen, mehr Information und Prävention sowie insgesamt mehr Mittel für die Dopingbekämpfung in der Zukunft für wichtig. 90 % der Trainer, welche direkten Kontakt mit Antidoping Schweiz hatten, bewerten Aspekte wie Kompetenz, Freundlichkeit, Qualität der Informationen, Erreichbarkeit etc. als sehr gut oder gut. Bei den Dienstleistungen von Antidoping Schweiz werden Website, Medikamentendatenbank und Medikamenten App als besonders wichtig und gut beurteilt. Allerdings kennen nur 40 % die Medikamentenabfrage via Mobile App. Für 43 % der Trainer wird die Dopingbekämpfung in der Ausbildung zu wenig thematisiert. Zwei Drittel erwarten zudem, dass ihr Verband mehr Verantwortung in der Dopingprävention übernimmt.

 

Nachfolgeregelung Direktor

Der Stiftungsrat und der Direktor sind übereingekommen, dass auf Grund der Pensionierung des heutigen Direktors, Dr. Matthias Kamber, per 1. März 2018 eine neue Direktorin oder ein neuer Direktor die operative Leitung von Antidoping Schweiz übernehmen soll. Matthias Kamber, wird bis zu diesem Zeitpunkt im Amt bleiben und anschliessend in Absprache mit dem Stiftungsrat und der neuen Leitung noch einige Monate zur Unterstützung und in Projektarbeiten zur Verfügung stehen. Der Stiftungsrat wird die Stelle der neuen Direktorin oder des neuen Direktors in den nächsten Monaten ausschreiben.

 

Dokumente

 

Berichterstattung SRF

 

Kontakt

Matthias Kamber, Direktor Antidoping Schweiz, Tel. 031 550 21 20

Corinne Schmidhauser, Präsidentin Antidoping Schweiz, Tel. 079 301 83 07

 

Medienanfragen richten Sie bitte an:

Matthias Kamber
Tel +41 31 550 21 20
Fax +41 31 550 21 02
info@antidoping.ch