Jahresmedienkonferenz 2012

23.04.2012 - Öffentlichkeit

Antidoping Schweiz: Erfolgreiche Jahresbilanz 2011, neue Aufgaben und Kompetenzen 2012
Antidoping Schweiz führte 2011 insgesamt 3045 Dopingkontrollen durch und setzte damit eine neue Höchstmarke. Weitere Schwerpunkte bildeten im vergangenen Jahr die Einführung neuer Kommunikationsinstrumente sowie der Ausbau der Dienstleistungen.

So kommuniziert Antidoping Schweiz seit 2011 über Facebook und stellt sämtliche Informationen zu Medikamenten und Substanzen auch über eine kostenlose App für Smartphones zur Verfügung. Mit dem Inkrafttreten des neuen Sportförderungsgesetzes ab Ende 2012 wird Antidoping Schweiz noch enger mit Zoll, Polizei und Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten können. In diesem Zusammenhang schuf die Stiftung eine neue Abteilung «Ermittlungen», die verschiedene Befunde und Hinweise auswertet und so dazu beiträgt, die Kontrollen noch zielgerichteter zu planen.

Die Stiftung Antidoping Schweiz erreichte ihre Ziele 2011 vollumfänglich und erfüllte damit ihre Leistungsaufträge gegenüber Swiss Olympic und dem Bund in allen Punkten. Von den insgesamt 3045 Dopingkontrollen machen die Blutkontrollen bereits einen Anteil von fast einem Viertel aus (739 Kontrollen). Dieser Anteil stellt einerseits weltweit einen Spitzenwert dar. Andererseits markiert sie auch die Obergrenze an Blutkontrollen, welche Antidoping Schweiz mit dem aktuell vorhandenen Personal bewältigen kann. Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, wies zudem auf die besonderen Anforderungen an Blutkontrolleure hin. Insbesondere bei kurzfristig angesetzten, zielgerichteten Kontrollen sei es oft nicht einfach, das speziell geschulte Personal zu disponieren. Den grössten Teil der Blutkontrollen führte Antidoping Schweiz ausserhalb von Wettkämpfen durch.

Kommunikation und Dienstleistung im Zentrum

Schwerpunkte setzte Antidoping Schweiz im vergangenen Jahr in der Kommunikation und im Ausbau der Dienstleistungen gegenüber Athleten, Trainern und Funktionären. Über die Facebook-Fanpage «Antidoping Switzerland» pflegt die Stiftung den Dialog mit Athletinnen und Athleten, aber auch mit weiteren Interessierten. Die bewährte Medikamentendatenbank, die Auskünfte über erlaubte und verbotene Substanzen und Medikamente gibt, wurde vollständig überarbeitet und ergänzt. Die Informationen stehen seit Herbst 2011 auch in Form einer App für Smartphones zur Verfügung. Diese wurde in den ersten neun Monaten seit der Einführung rund 10‘000 Mal heruntergeladen. Informationen über Medikamente können so immer und überall, zum Beispiel direkt in der Arztpraxis oder in der Apotheke, abgefragt werden. Die Abfragen über Medikamente stiegen dadurch um rund 17 Prozent und erreichten 2011 mit 43‘268 Abfragen einen Höchststand. Heute erfolgt bereits rund die Hälfte der Abfragen mittels App.

Mit einem weiteren E-Learning-Produkt unter dem Titel «E-Lessons» spricht Antidoping Schweiz insbesondere Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II in Sportklassen an. 15 attraktive Lernclips informieren in Deutsch und Französisch über verbotene Substanzklassen und Methoden.

Das bereits bewährte Management-Kontrollsystem SIMON baute Antidoping Schweiz zu einem eigentlichen Kommunikationsportal für Kontrolleurinnen und Kontrolleure aus.

Angewandte Forschung

Auch im Jahr 2011 führte Antidoping Schweiz mit den Partnerlabors in Epalinges und Köln Projekte in der angewandten Forschung durch. Zum Beispiel eine Studie zur Verbreitung von Snus im Sport, die belegte, dass Snus in verschiedenen Sportarten weit verbreitet ist. Weitere Arbeiten erfolgten zum Vergleich von Blut- oder Urinproben bei Wettkampfkontrollen sowie zur Entwicklung von Nachweismethoden von potenziellen Dopingmitteln.

Schweizer Bevölkerung will weiterhin eine konsequente Dopingbekämpfung

Mit einer repräsentativen Mehrthemenbefragung beleuchtete Antidoping Schweiz zum fünften Mal seit 1998 die Haltung der Schweizer Bevölkerung gegenüber Doping. Die Resultate zeigen deutlich, dass ein Grossteil der Befragten Doping nach wie vor als Hauptproblem des Sports betrachtet, dies insbesondere im Spitzensport. Ebenso klar sprechen sich die Befragten dafür aus, konsequent gegen Doping vorzugehen. Corinne Schmidhauser, Stiftungsratspräsidentin von Antidoping Schweiz, wertet dieses Resultat als Bestätigung und Auftrag zugleich: «Die Schweizer Bevölkerung will eine Dopingbekämpfung ohne Wenn und Aber. Die Befragung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind mit unserem Bündel verschiedener Massnahmen mit mehr Kontrollen und verstärkter Prävention.».

Ziele und Projekte im Olympiajahr 2012

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London führt Antidoping Schweiz gezielte Blut- und Urinkontrollen durch. Im Bereich der Dopingprävention stellt die Organisation den selektionierten Athletinnen und Athleten sowie den Betreuungspersonen zudem ein Online-Quiz zur Verfügung. Die Teilnehmenden erfahren dabei alles Wichtige über die spezifisch für Olympia 2012 geltenden Dopingregeln.

Ihre Kompetenz bringt Antidoping Schweiz schliesslich auch auf internationaler Ebene ein. Bei der Überarbeitung des World Anti-Doping-Programmes arbeiten Vertreter der Stiftung aktiv mit und setzen sich insbesondere für eine Vereinfachung des Regelwerkes ein.

Antidoping Schweiz führt auch 2012 ihre Tätigkeiten zielgerichtet weiter. Nach dem in Kraft treten des neuen Sportförderungsgesetzes im Laufe des Jahres 2012 soll die Zusammenarbeit mit den staatlichen Ermittlungsbehörden, Zoll und Swissmedic rasch möglichst institutionalisiert werden. Ebenso will Antidoping Schweiz ihre weltweit führende Rolle unter den nationalen Anti-Doping-Agenturen bei den Blut- und Hormonprofile sowie bei technischen Neuentwicklungen im Dienste der Athleten ausbauen.