Stellungnahme zum McLaren-Report

18.07.2016 - Öffentlichkeit

Antidoping Schweiz unterstützt Massnahmen mit deutlicher Signalwirkung

Die Ergebnisse des Berichts von Prof. Richard McLaren, der am 18. Juli 2016 in Toronto vorgestellt wurde, weisen für Russland ein staatlich gefördertes System des Dopings nach. Als Konsequenz davon fordert Antidoping Schweiz zusammen mit mehreren anderen nationalen Anti-Doping-Organisationen, dass zum Schutz von Doping-freien Athletinnen und Athleten die russischen Delegationen an den Olympischen und Paralympischen Spielen in Rio 2016 auszuschliessen seien.

Die Stiftung Antidoping Schweiz hat den Bericht der unabhängigen Untersuchung von Prof. Richard McLaren im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) mit grosser Besorgnis zur Kenntnis genommen. Prof. McLaren hat seit Mitte Mai 2016 u.a. die öffentlichen Enthüllungen des ehemaligen Leiters des Moskauer Anti-Doping-Labors, Dr. Grigory Rodchenkov, untersucht, wonach an den Olympischen Winterspielen in Sochi 2014 mit staatlicher Hilfe Dopingfälle russischer Athletinnen bzw. Athleten vertuscht worden sind.

Antidoping Schweiz gratuliert McLaren zur schnellen und umfassenden Arbeit und den klar herausgearbeiteten Resultaten. Der Bericht ermöglicht einen enttäuschenden und schockierenden Einblick in einen Sportbetrug von aussergewöhnlichem Ausmass. In Russland wurde offenbar sportartübergreifend, nicht nur in der Leichtathletik, mit staatlicher Unterstützung gedopt.

Wie bereits früher betont, begrüsst Antidoping Schweiz die Einsetzung derartiger Untersuchungskommissionen und steht für eine klare und konsequente Umsetzung von Massnahmen ein, welche die sauberen Athletinnen und Athleten schützt und eine deutliche Signalwirkung an alle Sportnationen erzeugt. Antidoping Schweiz fordert deshalb zusammen mit mehreren Partnerorganisationen den Ausschluss der Olympischen und des Paralympischen Komitees Russlands von den Spielen in Rio 2016. Antidoping Schweiz fordert das IOC auf, die notwendigen Schritte dazu rasch einzuleiten.

Antidoping Schweiz ruft zudem die Internationalen Sportverbände dazu auf, Regeln einzuführen, welche nachweislich ausserhalb des russischen Systems aktiven und unabhängig auf Doping kontrollierten Athletinnen und Athleten eine Teilnahme an den Spielen in Rio unter neutraler Flagge ermöglicht. Eine solche Regelung ist im Internationale Leichtathletikverband IAAF seit kurzem in Kraft.   

Antidoping Schweiz sichert der WADA, dem IOC und den betroffenen Sportverbänden die volle Unterstützung zu, damit diese Massnahmen umgesetzt werden können.

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