Dopingliste

Die Liste der verbotenen Substanzen und Methoden (Dopingliste) wird in der Regel jährlich von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veröffentlicht und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Die Dopingliste ist einer der fünf Internationalen Standards, die zwingend von allen Unterzeichnern des WADA-Programms umgesetzt werden müssen.

Es ist die Aufgabe aller Sporttreibenden, sich über die gültige Dopingliste und speziellen Regelungen ihres Verbandes zu informieren.

Antidoping Schweiz gibt jährlich, die für die Schweiz gültige Dopingliste heraus. Diese kann in gedruckter Form kostenlos bei Antidoping Schweiz bezogen werden.

Ergänzend zur Dopingliste existiert eine weitere Liste mit erlaubten, rezeptfreien Arzneimitteln zur Behandlung banaler Erkrankungen, welche in der Schweiz erhältlich sind. Um unbeabsichtigte Dopingverstösse mit Medikamenten zu vermeiden, empfiehlt es sich, alternativ zur Dopingliste, die praktische Medikamentenabfrage Global DRO zu konsultieren.

Neu ab 2018: Änderungen der Dopingliste

Die Dopingliste 2018 tritt per 1. Januar 2018 in Kraft und löst zeitgleich alle bisherigen Listen ab. Die wichtigste praxisrelevante Änderung betrifft die Verabreichung von intravenösen Injektionen bzw. Infusionen: Ab 2018 sind diese bis zu einem Volumen von 100 ml innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden erlaubt.  Im Folgenden werden alle Änderungen aufgelistet. Es gibt keine für Athletinnen und Athleten praxisrelevanten Änderungen bei freiverkäuflichen Medikamenten.

S1 Anabolika

Dihydrotestosteron wurde auf gemäss internationaler Nomenklatur auf Androstanolon umbenannt und 1-Androsteron wurde als Beispiel einer exogenen Substanz unter S1 hinzugefügt. LGD-4033 und RAD140 wurden als Beispiele für Selektive Androgen Rezeptor Modulatoren (SARM) namentlich aufgenommen.

S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika

Die gesamte Substanzklasse wurde in neue Unterkapitel eingeteilt, ohne dass es wesentliche Änderungen auf Substanzebene gibt. ARA290 wurde als Beispiel eines nicht eryhtropoetischen Erythropoetin-Rezeptor Agonisten gestrichen, da neue Literatur aufzeigt, dass diese Substanz nicht leistungssteigernd wirkt. Folgende Substanzen werden neu namentlich unter S2 aufgeführt: Deslorelin, Goserelin, Nafarelin und Triptorelin (unter 2.2); AOD-9604, hGH 176-191, CJC-1293, Tabimorelin, GHRP-1, -3, -4, und -5 sowie Thymosin- β4 und seine Derivate wie z.B. TB-500 (unter 2.3).

Die WADA hat erneut betont, dass Vitamin B12, das bekanntlich Cobalt enthält, nicht unter das Verbot von HIF aktivierenden Substanzen fällt.

S3 Beta-2-Agonisten

Beta-2-Agonisten sind weiterhin verboten, neu wird Tulobuterol als Beispielsubstanz aufgeführt. Zur Behandlung von Asthma sind die Substanzen Salbutamol, Formoterol und Salmeterol bei inhalativer Anwendung bis zu den entsprechenden maximalen Dosierungen erlaubt. Es ist zu beachten, dass bei Einhaltung dieser Dosierungen pro 24 bzw. 12 Stunden keine ATZ notwendig ist. Die WADA hat zudem klargestellt, dass bei Salbutamol die 12 Stunden ab der ersten Inhalation gelten und nicht an eine bestimmte Tageszeit gebunden ist (Abb. 1).

Falls die inhalativen Dosierungen dieser drei Substanzen aus medizinischen Gründen erhöht werden sollte oder ein anderer Beta-2-Agonist zur Asthmabehandlung benötigt wird, muss ein ATZ-Antrag eingereicht werden. Für Pool Athletinnen und Athleten muss dies vor dem Therapiestart erfolgen, es sei denn es handelt sich um einen medizinischen Notfall.

S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Der Aktivator der durch AMP aktivierten Proteinkinase (AMPK) GW1516 wird neu auch mit dem Synonym GW501516 aufgeführt und SR9009 wurde als namentliches Beispiel dieser Wirkstoffgruppe aufgenommen.

S5 Diuretika und Maskierungsmittel

Auf Grund neuerer Studien wurde Glycerol wieder von der Dopingliste entfernt.

M2 Chemische und physikalische Manipulation

Eine für die medizinische Praxis wichtige Änderung erfolgte mit der Erhöhung des erlaubten Volumens von intravenösen Injektionen von 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden auf per 1.1.2018 100 ml innerhalb eines Zeitraums von 12 Stunden. Dies entschärft insbesondere die Diskussionen um die Anwendung von Eiseninjektionen bei Athletinnen und Athleten.

M3 Gendoping

Die Formulierung wurde geändert und neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft angepasst und lautet nun:
Die folgenden Methoden, mit dem Potential zur Steigerung der sportlichen Leistung, sind verboten:

  1. Die Verwendung von Nukleinsäurepolymeren oder Analoga der Nukleinsäuren.
  2. Die Verwendung von Gen-editierenden Wirkstoffen, die dazu dienen, Genomsequenzen und/oder die transkriptionelle oder epigenetische Regulation der Genexpression zu verändern.
  3. Die Verwendung von normalen oder genetisch veränderten Zellen.

S6 Stimulanzien

1,3-Dimethylbutylamin wurde als neues Beispiel eines spezifischen Stimulans aufgeführt. Es kann in Nahrungsergänzungsmitteln gefunden werden.

S8 Cannabinoide

Diese Substanzgruppe ist neu nur noch in zwei Unterkategorien (natürliche und synthetische Cannabinoide) aufgeteilt. Die reine Substanz Cannabidiol (CBD) ist ab 2018 nicht mehr verboten. Allerdings enthalten die in der Schweiz erhältlichen CBD-Produkte immer auch einen gewissen Anteil des im Wettkampf verbotenen Tetrahydrocannabinols (THC). Daher empfiehlt Antidoping Schweiz Athleten auch in Zukunft vorsichtshalber auf den Konsum von Cannabis-Produkten, inkl. CBD-Produkten, zu verzichten.

S9 Glukokortikoide

Neu werden einige gängige Glukokortikoide als Beispielsubstanzen namentlich aufgeführt.

In gewissen Sportarten verbotene Substanzen

Alkohol wurde vollständig von der Dopingliste gestrichen, die vier betroffenen Verbände werden den Gebrauch von Alkohol in ihren Sportarten unabhängig von der Dopingliste regeln. Deshalb wird die Substanzklasse der Beta-Blocker ab 2018 als P1 und nicht wie bisher als P2 geführt. Bei den Beta-Blockern gab es sonst keine Veränderungen.