Blutkontrolle

Die Blut-Dopingkontrollen: Venöse Blutentnahme und Dried Blood Spot

Anders als bei der Urinkontrolle kann die Blutentnahme auf zwei verschiedene, sich jedoch nicht ausschliessende Arten erfolgen. Es wird zwischen venöser Blutentnahme und kapillarer Blutentnahme (Dried Blood Spot, DBS) unterschieden.

Die Blutentnahme kann in Ergänzung zu oder unabhängig von Urinkontrollen durchgeführt werden. Die zwei Arten der Blutentnahme unterscheiden sich in drei wesentlichen Punkten: Der Blutentnahmestelle, der nötigen Blutmenge sowie dem für die Entnahme notwendigen Kontrollmaterial. Dies hat zur Folge, dass auch die Kontrollabläufe sich in einigen Schritten leicht unterscheiden.

Die nachstehenden Texte und Bilder führen Schritt für Schritt durch eine Blut-Dopingkontrolle:

Aufgebot und Identifikation

Das Kontrollpersonal weist sich aus und der Athlet wird über das Aufgebot und die anstehende Kontrolle informiert. Er wird ausserdem über seine Rechte und Pflichten aufgeklärt. Das Kontrollpersonal stellt die Identität des Athleten fest, z.B. anhand einer Identitätskarte, eines Fahrausweises oder durch Bezeugung einer Begleitperson. Mit der Unterschrift bestätigt der Athlet, die Aufforderung zur Dopingkontrolle erhalten und die damit einhergehenden Rechte und Pflichte verstanden zu haben. Nach körperlicher Anstrengung dürfen die Blutproben erst nach 2 Stunden bzw. nach 30 Minuten (bei Serumproben) entnommen werden. 


Im Kontrollbereich

Die Warte- und Kontrollbereiche sind getrennt. Im Kontrollbereich dürfen neben dem Kontrollpersonal ausschliesslich der zu kontrollierende Athlet, auf Wunsch mit einer Vertrauensperson, sowie gegebenenfalls Beobachter der WADA und Auditoren von Antidoping Schweiz anwesend sein. Dem Athleten wird auf Wunsch der Ablauf der Kontrolle erklärt. Neben Blut- können auch Urinproben genommen werden (s. Ablauf Urin-Dopingkontrolle). Im Wartebereich darf  der Athlet  trinken und essen,  nicht aber im Kontrollbereich. Vor der Blutabnahme muss der Athlet für mindestens zehn Minuten eine aufrechte Sitzposition einnehmen. Die Wartezeit kann dazu verwendet werden das Formular «Fragen zum biologischen Pass» auszufüllen und Angaben zu den in letzter Zeit eingenommenen Medikamenten zu machen.


Auswahl des Kontrollmaterials

Der Athlet wählt ein verpacktes Blutentnahmeset aus. Es müssen jeweils mindestens drei Sets zur Verfügung stehen. Die Verpackung muss intakt sein. Ist der Athlet mit dem ausgewählten Set nicht zufrieden, kann er ein anderes Set auswählen, das intakt ist.

Das Kontrollset enthält einen A-Behälter (rote Nummer), einen B-Behälter (blaue Nummer) und, je nach Art der zu erhebenden Probe, einen Behälter ohne Buchstaben sowie Klebeetiketten und verschliessbare Plastikbeutel. Die Nummern auf dem Set, auf den Behältern, auf den Deckeln und auf den Klebeetiketten müssen identisch sein. Das Kontrollset enthält das Blutentnahme-Besteck sowie die vorgesehenen Blutentnahme-Röhrchen.

 

DBS: Der Alu-Beutel enthält zwei verschliessbare Sicherheits-Plastikbeutel mit je einer DBS-Karte (A- und B-Probe), je zwei Trocknungsgels und ein Versieglungsstreifen zum Wiederverschliessen der Alu-Beutel. Das Hygiene-Set enthält ein Desinfektionstüchlein, zwei Tupfer, eine Sicherheitslanzette, eine Minivette und Pflaster. Die Nummern auf dem Set (Alubeutel), auf den Sicherheitsbeuteln, auf den DBS-Karten und dem Versieglungsstreifen müssen identisch sein.


Beschriften der Blutproben

Der Athlet klebt eine Etikette auf jedes Blutentnahme-Röhrchen.


Blutentnahme

In der Regel erfolgt die Blutentnahme in aufrechter Sitzposition. Auf Wunsch des Athleten kann die Blutentnahme aber auch im Liegen erfolgen. Für eine Kontrolle werden maximal 13 Milliliter Blut benötigt. Die Blutentnahme muss hygienisch einwandfrei durchgeführt werden. Der Kontrolleur entnimmt dem Athleten unter Verwendung des Blutentnahmesets Blut. Anschliessend kümmert sie sich um die erforderliche medizinische Versorgung der Einstichstelle. Bis zu 30 Minuten nach der Blutentnahme sollten keine anstrengenden Bewegungen mit dem betroffenen Arm gemacht werden.

 

DBS: Für die DBS-Entnahme bedarf es eines guten Blutflusses im Finger (Mittel- oder Ringfinger nach Wahl). Dabei hilft es, die Hände zu bewegen, sie einige Minuten nach unten oder kurz in warmes Wasser zu halten. In Ausnahmefälle kann das kapillare Blut auch vom Ohrläppchen genommen werden.


Verschliessen der Blutentnahme-Materialien

Der Athlet öffnet die Behälter gemäss den Erklärungen des Kontrolleurs. Dann stellt er die Blutentnahme-Röhrchen in die dafür vorgesehenen Behälter und verschliesst diese mit den dazugehörenden Schraubdeckeln. Die Deckel werden ohne Kraftaufwand vollständig zugedreht. Sie können nun nicht mehr zurückgedreht und geöffnet werden. Im Labor werden die Deckel aufgeschnitten und sind nicht mehr verwendbar.


 

DBS: Die DBS-Karten mit je zwei Beutelchen Trocknungsgel in die verschliessbaren Sicherheits-Plastikbeutel legen, dabei muss die Nummer auf der Karte sichtbar sein. Die beiden Beutel werden anschliessend mit dem Sicherheitsstreifen verschlossen und in den Alubeutel gesteckt. Dieser wird mit dem blauen Versieglungsstreifen verschlossen.


Protokoll der Dopingkontrolle

Jetzt trägt der Kontrolleur weitere Angaben, wie die Behälternummer, Datum und Zeit, in das Protokoll ein. Das Labor erhält die Probe anonymisiert, d.h. nur Angaben zu den Probenummern, dem Datum und der Zeit der Blutentnahme, der Sportart und dem Geschlecht sowie allfälligen Medikamenten. Alle anderen persönlichen Angaben sind für das Labor nicht ersichtlich. Um die Analyse zu erleichtern, kann es hilfreich sein, die in den letzten sieben Tagen eingenommenen Medikamente auf dem Protokoll einzutragen.


Unterschrift und Abschluss der Kontrolle

Der restliche Teil des ausgefüllten Protokolls der Dopingkontrolle wird vom Athleten auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Im Sinne des Athleten sollte er allfällige Bemerkungen oder mögliche Beanstandungen im Protokoll schriftlich festhalten. Der Kontrolleur, allfällige Begleitpersonen und zuletzt der Athlet unterzeichnen abschliessend das Protokoll. Mit den Unterschriften wird bestätigt, dass die Kontrolle regelkonform durchgeführt wurde. Der Athlet erhält eine Kopie des Protokolls der Dopingkontrolle. Diese soll gut aufbewahrt werden.


Versand und Analyse der Blutproben

Die Blutproben werden in einer Kühlbox zur Analyse ins Labor gesandt. Das Resultat der Dopingkontrolle wird dem Athleten elektronisch oder schriftlich mitgeteilt. Wird eine verbotene Substanz in der A-Probe nachgewiesen, so hat der Athlet das Recht, die B-Probe in seinem Beisein analysieren zu lassen.

DBS: Der Alubeutel wird in einem Versandcouvert per A-Post eingeschrieben an das Labor gesendet.