Einzelsportler

Athletinnen und Athleten von nationalem und internationalem Leistungsniveau sind in verschiedene Kontrollpools eingeteilt. Für die Einzelsportarten sind dies der registrierte Kontrollpool (RTP), der nationale Kontrollpool (NTP) sowie der allgemeine Kontrollpool (ATP). Je nach Pool-Einteilung unterstehen die Athletinnen und Athleten unterschiedlichen Verpflichtungen bezüglich ihrer Meldepflicht (Whereabouts) sowie der Regelung für Anträge zu therapeutischen Zwecken (ATZ). Die Pool-Zugehörigkeit wird den Athletinnen und Athleten schriftlich mitgeteilt.

Whereabouts

Grundsätzlich haben alle Pool-Athleten quartalsweise Meldungen zu ihren voraussichtlichen Aufenthaltsorten einzureichen. Über den Umfang dieser Meldepflichten entscheidet die Kontrollpool-Zugehörigkeit. Diese sogenannten «Whereabouts» müssen online über die «SIMON Whereabouts Webseite» eingereicht und aktualisiert werden. Eine Verletzung dieser Vorschrift gilt als Verstoss gegen die Meldepflicht im Sinne von Artikel 2.4 des Doping-Statuts.

Bei Aufnahme in einen Kontrollpool werden die Athleten schriftlich von Antidoping Schweiz benachrichtigt und erhalten Benutzername und Passwort für die Whereabouts Webseite.
Die Athleten sind verpflichtet, folgende Angaben mit genauer Adresse und Anwesenheitszeiten zu machen:

  • Wohn- bzw. Übernachtungsort
  • Arbeit und Ausbildung
  • Trainings und Trainingslager
  • Wettkämpfe
  • Andere regelmässige Aktivitäten (z.B. Physiotherapie)
  • Reisen ab 2 Stunden Dauer
  • Tägliches 60-Minuten-Zeitfenster, in welchem sich die Athletinnen und Athleten zwingend am angegebenen Ort aufhalten (gilt nur für RTP-Athleten).

RTP-Athleten, die ihre Whereabouts in ADAMS eingeben, müssen auf SIMON keine Informationen einreichen. Weitere Informationen zu den Whereabouts und zur SIMON Whereabouts Webseite sind im "Merkblatt Kontrollpools" sowie im "FAQ SIMON Whereabouts Webseite" zu finden (siehe Downloads).

Übermittlung Quartalsplanung

Für die Einreichung der «Whereabouts Informationen» gelten verbindliche Fristen:

  • für das 1. Quartal: 15. Dezember
  • für das 2. Quartal: 15. März
  • für das 3. Quartal: 15. Juni
  • für das 4. Quartal: 15. September

Änderungen des Aufenthaltsortes müssen während des Quartals laufend aktualisiert werden.

Pool-Einteilung

Registrierter Kontrollpool RTP

Athletinnen und Athleten, die sich im registrierten Kontrollpool ihres Internationalen Sportverbandes befinden, werden automatisch in den registrierten Kontrollpool RTP von Antidoping Schweiz eingeteilt. Ausserdem kann Antidoping Schweiz zusätzliche Athletinnen und Athleten für diesen Kontrollpool bestimmen.

Zusätzlich zu den detaillierten Whereabouts müssen RTP-Athletinnen und -Athleten ein tägliches Zeitfenster von 60 Minuten zwischen 5 Uhr morgens und 23 Uhr abends angeben. Sie sind verpflichtet, während dieser gesamten Dauer für Dopingkontrollen an dem angegeben Ort auffindbar zu sein. Hält sich ein Athlet im angegebenen 60-Minuten-Zeitfenster nicht am angegebenen Ort für Dopingkontrollen bereit, gilt dies als versäumte Kontrolle im Sinne von Artikel 2.4 des Doping-Statuts.

Das 60-Minuten-Zeitfenster mindert in keiner Weise die Verpflichtung, auch sonst zu jeder Zeit und an jedem Ort für Dopingkontrollen zur Verfügung zu stehen. Dopingkontrollen werden auch ausserhalb des 60-Minuten-Zeitfensters durchgeführt.

Drei Verletzungen der Meldepflicht (filing failure) und/oder versäumte Kontrollen während des 60-Minuten-Zeitfensters (missed test) innert 12 Monaten können mit einer Sperre von mindestens einem Jahr sanktioniert werden.

Nationaler Kontrollpool NTP

Die Einteilung der Athletinnen und Athleten in den nationalen Kontrollpool NTP erfolgt durch Antidoping Schweiz in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen nationalen Verband. Athletinnen und Athleten im NTP sind verpflichtet, Antidoping Schweiz detaillierte Whereabouts zu übermitteln und diese fortlaufend zu aktualisieren.

Drei Verletzungen der Meldepflicht (filing failure) innert 12 Monaten können mit einer Sperre von mindestens einem Jahr sanktioniert werden.

Allgemeiner Kontrollpool ATP

Die Einteilung der Athletinnen und Athleten in den allgemeinen Kontrollpool ATP erfolgt durch Antidoping Schweiz in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen nationalen Verband. Athletinnen und Athleten im ATP sind verpflichtet, Antidoping Schweiz detaillierte Whereabouts gemäss individueller Absprache zu übermitteln.

Kein Kontrollpool

Alle übrigen Sportler unterliegen keinen speziellen Bestimmungen zur Meldepflicht. Lizenzierte Sportlerinnen und Sportler sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Wettkämpfen von Swiss Olympic oder eines zugehörigen Verbandes, welche in keinen Kontrollpool eingeteilt sind, müssen einen allfälligen Antrag zu therapeutischen Zwecken nachträglich (durch Aufforderung von Antidoping Schweiz) einreichen. Das genaue Vorgehen zur Einreichung einer ATZ kann hier sportartspezifisch abgefragt werden.

Antrag für eine Ausnahmebewilligung zu therapeutischen Zwecken (ATZ)

Müssen Sporttreibende aus gesundheitlichen Gründen eine gemäss Dopingliste verbotene Substanz einnehmen oder eine verbotene Methode anwenden, gibt es die Möglichkeit, einen Antrag zu therapeutischen Zwecken (ATZ) zu stellen. Einem Athleten kann eine ATZ erstattet werden, womit die Anwendung einer bestimmten verbotenen Substanz und/oder verbotenen Methode erlaubt ist.

Für nationale Wettkämpfe oder während Trainings- / Offseason-Perioden muss der ATZ-Antrag an Antidoping Schweiz gestellt werden. Dieser wird von der unabhängigen ATZ-Kommission von Antidoping Schweiz geprüft. Für internationale Wettkämpfe muss der ATZ-Antrag beim Internationalen Verband gestellt werden. Es sei denn der Internationale Verband akzeptiert eine nationale, von Antidoping Schweiz ausgestellte Bewilligung auf Grund seines Reglements oder einer gemeinsamen Vereinbarung.

Für alle Poolathleten gilt: Die Einreichung eines ATZ-Antrags bei Antidoping Schweiz hat vorgängig zu erfolgen, d.h. vor der Einnahme der verbotenen Substanz bzw. Anwendung der verbotenen Methode. Das genaue Vorgehen zur Einreichung eines ATZ-Antrags kann hier sportartspezifisch abgefragt werden.