Nahrungsergänzungsmittel

Athletinnen und Athleten tragen Verantwortung

Nahrungsergänzungsmittel stellen ein Dopingrisiko dar, da sie mit verbotenen Substanzen verunreinigt sein können.

Athletinnen und Athleten, welche aufgrund verbotener Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln eine positive Dopingprobe abgeben, tragen dafür die volle Verantwortung. Eine allfällige Reduktion der Sanktion ist nur möglich, wenn ein Athlet oder eine Athletin nachweisen kann, dass sämtliche Vorsichtsmassnahmen getroffen wurden, um das Dopingrisiko zu reduzieren.

Dieses Risiko kann nie gänzlich ausgeschlossen werden. Sportlerinnen und Sportler sollen Nahrungsergänzungsmittel daher erst nach einer individuellen Nutzen-Risiko-Abschätzung einsetzen. Die Basis dafür bilden:

  • Gesunde Basisernährung
  • Bedarf durch Fachperson abklären
  • Ausschlusskriterien und Tipps zur Risikoreduktion beachten

Ernährung im Sport

Die Leistungsfähigkeit von Sportlerinnen und Sportlern gründet auf einer gesunden Basisernährung. Es können sportspezifische Anpassungen der Mengen bzw. Auswahl der Lebensmittel für eine optimierte Energie- und Nährstoffzufuhr sinnvoll sein.

Lebensmittelpyramide für Sportlerinnen und Sportler

Nahrungsergänzungsmittel können bei individuellen und speziellen sportartspezifischen Bedürfnissen und Situationen diese Basisernährung ergänzen, aber niemals ersetzen. Der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln soll durch eine Fachperson ermittelt werden und nur wo notwendig in Betracht gezogen werden.

Was sind Supplemente?

Der Supplementguide der Swiss Sports Nutrition Society SSNS informiert über Nahrungsergänzungsmittel und teilt diese in Kategorien ein. Die Kategorie A zeigt auf, was «in bestimmten Situationen möglicherweise sinnvoll» ist.

SNSS Supplement Guide

Bei Fragen zu Sporternährung hilft das Team der SSNS gerne weiter: contact(a)ssns.ch.

Dopingrisiko

Nahrungsergänzungsmittel können verbotene Substanzen enthalten, welche nicht als Inhaltsstoffe auf der Verpackung deklariert sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass weltweit fünf bis zwanzig Prozent der Produkte mit gemäss Dopingliste verbotenen Substanzen verunreinigt sind (Vernec et al., 2013). Verunreinigungen sind z.B. durch kontaminierte Produktionsanlagen möglich oder es können verbotene Substanzen absichtlich zur Steigerung der Wirkung beigemischt werden. In der Vergangenheit wurden wiederholt Athletinnen und Athleten gesperrt, weil sie solche verunreinigten Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen haben. In folgenden Produktgruppen wurden nachweislich bereits verbotene Substanzen gefunden:

  • Muskelaufbauprodukte wie Proteinpulver (mit anabolen Steroiden)
  • Fat Burner (mit Stimulanzien)
  • Neuro Enhancer (mit Stimulanzien)

Risikoreduktion

Die einzige Möglichkeit, das Verunreinigungsrisiko bei Nahrungsergänzungsmitteln ganz zu vermeiden, ist ein Verzicht auf solche Produkte. Im Gegensatz zu Medikamenten sind Nahrungsergänzungsmittel nicht durch Swissmedic reguliert und haben daher geringere Qualitätsanforderungen. Antidoping Schweiz wird daher nie ein Nahrungsergänzungsmittel als risikofrei oder unbedenklich einstufen.

Athletinnen und Athleten können aber ihr Dopingrisiko mit folgenden Vorsichtsmassnahmen reduzieren:

Grundsätzliche Massnahmen

  • Nahrungsergänzungsmittel nur konsumieren, wenn mit einer unabhängigen Fachperson ein individueller Bedarf ermittelt wurde. Fachpersonen in Sporternährung

  • Ein konkreter Bedarf (z.B. Mangel eines Vitamins) kann je nach Substanz auch durch die Anwendung von Medikamenten gedeckt werden. Diese können mit der Medikamentenabfrage Global DRO geprüft werden.

Wird die Anwendung eines Nahrungsergänzungsmittels durch eine Fachperson empfohlen:

  • Produkte von vertrauenswürdigen Schweizer Herstellern bevorzugen.
  • Produkte wählen, die für den Leistungssport bestimmt sind.
  • Verzicht auf Käufe von unbekannten Herstellern und auf Bestellungen aus dem Ausland.

Ausschlusskriterien – solche Produkte sicherheitshalber nicht einnehmen!

  • Produkte, die für den Zielmarkt Fitness bzw. Bodybuilding bestimmt sind.
  • Produkte mit grossen Wirkungsversprechen: Je krasser die versprochene Wirkung, desto grösser das Risiko.
  • Produkte mit den Begriffen wie testo, anabo, boost.
  • Produkte mit Versprechen bzgl. Dopingfreiheit, z.B.: «garantiert dopingfrei», «100% doping free», «WADA approved» etc.

Zertifizierungsprogramme

Hersteller können ihre Nahrungsergänzungsmittel auf Verunreinigungen durch verbotene Substanzen prüfen lassen. Produkte, welche auf den Webseiten der folgenden Zertifizierungsprogramme aufgeführt sind, wurden gemäss deren Richtlinien und Testprogrammen entsprechend analysiert. Dadurch lässt sich das Dopingrisiko am besten reduzieren, wenn auch nicht vollständig eliminieren. Uns sind die folgenden vertrauenswürdigen Zertifizierungsprogramme bekannt:

Kölner Liste

NSF Sport

Informed Sport

Gesundheitsrisiken

Neben der möglichen Verunreinigung durch verbotene Substanzen können weitere Verunreinigungen (z.B. Schwermetalle oder mikrobielle Belastung) vorkommen. Zudem sind aufgrund der teils hohen Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln gesundheitliche Risiken möglich. Deshalb sollte der individuelle Bedarf durch eine unabhängige Fachperson abgeklärt und eingehalten werden.

Dopingmentalität

Regelmässiger, gewohnheitsmässiger Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln kann gemäss Studien zu einer Dopingmentalität führen (Backhouse et al., 2013). Z.B. Kann eine unbewusste psychologische Abhängigkeit von Energy-Drinks entstehen, wenn vor jedem Training ein solcher konsumiert wird. Häufigerer Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln steht nachweislich im Zusammenhang mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, später wissentlich verbotene Substanzen oder Methoden anzuwenden.

Hilfe und Kontakt

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