ATZ für trans Athlet_innen

Trans Athlet_innen können im Zusammenhang mit Hormontherapien auf die Anwendung von gemäss Dopingliste verbotenen Substanzen angewiesen sein:

  • Trans Männer: Anwendung von Testosteron
  • Trans Frauen: Anwendung von Spironolacton

Daher ist für trans Athlet_innen neben der Bestimmung der Teilnahmeberechtigung auch das Vorgehen betreffend Ausnahmebewilligungen zu therapeutischen Zwecken (ATZ) relevant. Ein ATZ-Antrag, kann allerdings erst beurteilt werden, nachdem die Teilnahmeberechtigung definiert wurde. Daraus ergibt sich folgendes Vorgehen:

Vorgehen

1. Definition der Start- bzw. Teilnahmeberechtigung durch den verantwortlichen Sportverband

Der jeweilige nationale bzw. internationale Sportverband entscheidet über die Start- bzw. Teilnahmeberechtigung von trans Athlet_innen. Das IOC hat seinen Standpunkt und entsprechende Empfehlungen zusammengefasst: IOC Consensus Meeting on Sex Reassignment and Hyperandrogenism, November 2015. Swiss Olympic hat zudem Empfehlungen zu den Transgender Guidelines geäussert. Daraus können sich für verschiedene Sportarten unterschiedliche Regelungen zu Start- bzw. Teilnahmeberechtigung ergeben.

2. Beurteilung eines allfälligen ATZ-Antrages durch die ATZ-Kommission der verantwortlichen Anti-Doping-Organisation

Athlet_innen benötigen für die medizinische Anwendung von gemäss Dopingliste verbotenen Substanzen oder Methoden eine ATZ. ATZ-Anträge werden von der ATZ-Kommission der verantwortlichen Anti-Doping-Organisation beurteilt. Der Zeitpunkt des ATZ-Antrages (vor Therapiestart oder nach einer allfälligen Dopingkontrolle) ist abhängig von der Kontrollpool-Einteilung und Teilnahme an internationalen Wettkämpfen. Aufgrund dieser beiden Faktoren wird zudem bestimmt, ob Antidoping Schweiz oder der internationale Verband für die Beurteilung eines ATZ-Antrages verantwortlich ist.

ATZ-Anträge für Hormontherapien von trans Athlet_innen werden erst beurteilt, nachdem die Teilnahmeberechtigung durch den verantwortlichen Sportverband geregelt wurde. Antidoping Schweiz beruft sich für die Beurteilung der entsprechenden Anträge insbesondere auf die TUE Physician Guidelines der WADA. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass gewisse internationale Sportverbände zusätzliche oder andere Anforderungen betreffend medizinischen Unterlagen für ATZ-Anträge vorsehen. Dem Antrag sollen zudem immer die gemäss Sportverband geltenden Teilnahmebestimmungen beigelegt werden.

Hilfe und Kontakt

Antidoping Schweiz bietet bei Bedarf Hilfe und Unterstützung für die Abklärung der gemäss nationalem oder internationalem Verband geltenden Bestimmungen.. Alternativ kann die Kontaktaufnahme bei Antidoping Schweiz (auch anonym) via die Rechtsberatung von Transgender Network Switzerland (TGNS) erfolgen.