Dopingliste

Die Liste der verbotenen Substanzen und Methoden (Dopingliste) wird in der Regel jährlich von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veröffentlicht und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Antidoping Schweiz gibt jährlich eine Übersetzung dieser Dopingliste heraus.

Es ist die Aufgabe aller Sporttreibenden, sich regelmässig zu vergewissern, dass die von ihnen angewendeten Substanzen und Methoden im Sport nicht verboten sind. Im Alltag empfiehlt sich, dafür die Medikamentenabfrage Global DRO zu nutzen.

Medikamentenabfrage

Neu ab 2021

Die Dopingliste 2021 tritt per 1. Januar 2021 in Kraft und löst zeitgleich alle bisherigen Listen ab. Die von der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) vorgenommenen Anpassungen betreffen unter anderem:

S3 Beta-2-Agonisten: Vilanterol

Ab dem 1. Januar 2021 ist die Inhalation von Vilanterol bis zu einer maximalen Dosierung von 25 Mikrogramm pro 24 Stunden erlaubt.

Missbrauchssubstanzen

In der Dopingliste 2021 werden neu «Missbrauchssubstanzen» gekennzeichnet: Kokain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamphetamin (MDMA) und Tetrahydrocannabinol (THC). Ab dem 1. Januar 2021 kann die Anwendung der oben genannten Substanzen milder sanktioniert werden. Wichtig: diese Missbrauchssubstanzen bleiben gemäss Dopingliste 2021 weiterhin im Wettkampf verboten.

Eine umfassende Aufführung aller Änderungen wird von der WADA zur Verfügung gestellt.

Kriterien verbotene Substanzen und Methoden

Welche Substanzen und Methoden auf die Dopingliste aufgenommen werden, entscheidet ein Gremium der WADA, besetzt mit internationalen Experten: die sogenannte List Expert Group. Dabei werden Substanzen und Methoden nach drei Kriterien beurteilt: ob sie das Potenzial haben, leistungssteigernd zu wirken, ob sie ein Risiko für die Gesundheit darstellen, und ob sie dem Sportsgeist widersprechen. Zudem können Substanzen oder Methoden verboten werden, welche die Anwendung von verbotenen Substanzen oder Methoden maskieren.

Verbotene Substanzen und Methoden

Die Dopingliste teilt die verbotenen Substanzen und Methoden in verschiedene Klassen ein:

Jederzeit verbotene Substanzen und Methoden (im und ausserhalb des Wettkampfes)

  • S0 Nicht genehmigte Substanzen
  • S1 Anabolika
  • S2 Peptidhormone, Wachstumshormone, verwandte Substanzen und Mimetika
  • S3 Beta-2-Agonisten
  • S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren
  • S5 Diuretika und andere Maskierungsmittel
  • M1 Manipulation von Blut
  • M2 Chemische und physikalische Manipulation
  • M3 Gen- und Zelldoping

Im Wettkampf verbotene Substanzen und Methoden

  • S6 Stimulanzien
  • S7 Narkotika
  • S8 Cannabinoide
  • S9 Glukokortikoide

In gewissen Sportarten verbotene Substanzen

  • P1 Betablocker

Detaillierte Informationen und Wissen (über Substanzen und Methoden) werden in der Mobile Lesson «Substanzen und Methoden» von Antidoping Schweiz vermittelt.

Spezifische und nicht-spezifische Substanzen und Methoden

Alle verbotenen Substanzen und Methoden werden in spezifische und nicht-spezifische Substanzen oder Methoden eingeteilt. Bei Verstössen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen ist das Strafmass grundsätzlich höher, wenn dabei nicht-spezifische Substanzen oder Methoden zur Anwendung kommen. Die verbotenen Substanzen in den folgenden Klassen werden als nicht-spezifische betrachtet:

  • S1 Anabolika
  • S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika
  • S4.4 Substanzen, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeports IIB verhindern (z.B. Myostatinhemmer)
  • S4.5 Stoffwechsel-Modulatoren
  • S6.a Nicht-Spezifische Stimulanzien

Die verbotenen Methoden in den folgenden Klassen werden als nicht-spezifische betrachtet:

  • M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen
  • M2.1 Manipulation von Dopingproben
  • M3 Gen- und Zelldoping

Missbrauchssubstanzen

Einzelne verbotene Substanzen werden als Missbrauchssubstanzen eingeteilt, da jene Substanzen in der Gesellschaft häufig ausserhalb des sportlichen Kontextes missbraucht werden. Daher kann die Anwendung oder der Besitz der oben genannten Substanzen milder sanktioniert werden. Diese Bestimmung gilt nur, falls die Substanzen ausserhalb des Wettkampfes und nicht zum Zweck der Leistungssteigerung angewendet wurden.

Die Missbrauchssubstanzen umfassen abschliessend: Kokain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamphetamin (MDMA/«Ecstasy»), Tetrahydrocannabinol (THC).

Bestimmungen der Internationalen Sportverbände

Neben den weltweit gültigen Anti-Doping-Bestimmungen sind auch die Bestimmungen der Internationalen Sportverbände zu beachten. In bestimmten Sportarten sind gewisse Substanzen oder Methoden zusätzlich verboten, obwohl sie nicht auf der Dopingliste aufgeführt sind.

Ein Beispiel: Der internationale Radsportverband UCI verbietet die Anwendung des Schmerzmittels Tramadol. Die Substanz Tramadol ist jedoch nicht auf der Dopingliste.