Dopingliste

Die Liste der verbotenen Substanzen und Methoden (Dopingliste) wird in der Regel jährlich von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veröffentlicht und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Antidoping Schweiz gibt jährlich eine Übersetzung dieser Dopingliste heraus.

Es ist die Aufgabe aller Sporttreibenden, sich regelmässig zu vergewissern, dass die von ihnen angewendeten Substanzen und Methoden im Sport nicht verboten sind. Im Alltag empfiehlt sich, dafür die Medikamentenabfrage Global DRO zu nutzen.

Medikamentenabfrage

Dopingliste 2021

Neu ab 2022

Die Dopingliste 2022 tritt per 1. Januar 2022 in Kraft und löst zeitgleich alle bisherigen Listen ab.

Für die Dopingliste 2022 wurden von der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) Anpassungen mit Auswirkungen auf den Doping-Status von Medikamenten vorgenommen. Die Änderungen betreffen insbesondere:

Glukokortikoide

Ab dem 1. Januar 2022 gelten strengere Regeln für Glukokortikoide. Zusätzlich zur oralen, intramuskulären, intravenösen und rektalen Anwendung sind neu jegliche Injektionen im Wettkampf verboten. Ab 2022 sind somit beispielsweise auch intraartikuläre Injektionen von Glukokortikoiden verboten. Weitere Informationen und Praxisempfehlungen zu den Auswaschphasen (washout periods) sind im Spezialthema Glukokortikoide aufgeführt.

Salbutamol

Für die Inhalation von Salbutamol gelten ab dem 1. Januar 2022 ein tieferer Dosierungsgrenzwert und angepasste Zeitintervalle. Die maximal erlaubte Dosierung zur Inhalation beträgt neu 600 Mikrogramm Salbutamol innerhalb von 8 Stunden in aufgeteilter Dosierung. Weiterhin darf die Dosis dabei 1600 Mikrogramm in 24 Stunden nicht überschreiten.

Neue aufgeführte Substanzen

Folgende Substanzen sind neu in der Dopingliste aufgeführt und jederzeit verboten: BPC-157, Osilodrostat, Lonapegsomatropin, Somapacitan und Somatrogon.

Eine umfassende Aufführung aller Änderungen wird von der WADA zur Verfügung gestellt.

Kriterien verbotene Substanzen und Methoden

Welche Substanzen und Methoden auf die Dopingliste aufgenommen werden, entscheidet ein Gremium der WADA, besetzt mit internationalen Experten: die sogenannte List Expert Group. Dabei werden Substanzen und Methoden nach drei Kriterien beurteilt: ob sie das Potenzial haben, leistungssteigernd zu wirken, ob sie ein Risiko für die Gesundheit darstellen, und ob sie dem Sportsgeist widersprechen. Zudem können Substanzen oder Methoden verboten werden, welche die Anwendung von verbotenen Substanzen oder Methoden maskieren.

Verbotene Substanzen und Methoden

Die Dopingliste teilt die verbotenen Substanzen und Methoden in verschiedene Klassen ein:

Jederzeit verbotene Substanzen und Methoden (im und ausserhalb des Wettkampfes)

  • S0 Nicht genehmigte Substanzen
  • S1 Anabolika
  • S2 Peptidhormone, Wachstumshormone, verwandte Substanzen und Mimetika
  • S3 Beta-2-Agonisten
  • S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren
  • S5 Diuretika und andere Maskierungsmittel
  • M1 Manipulation von Blut
  • M2 Chemische und physikalische Manipulation
  • M3 Gen- und Zelldoping

Im Wettkampf verbotene Substanzen und Methoden

  • S6 Stimulanzien
  • S7 Narkotika
  • S8 Cannabinoide
  • S9 Glukokortikoide

In gewissen Sportarten verbotene Substanzen

  • P1 Betablocker

Detaillierte Informationen und Wissen (über Substanzen und Methoden) werden in der Mobile Lesson «Substanzen und Methoden» von Antidoping Schweiz vermittelt.

Spezifische und nicht-spezifische Substanzen und Methoden

Alle verbotenen Substanzen und Methoden werden in spezifische und nicht-spezifische Substanzen oder Methoden eingeteilt. Bei Verstössen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen ist das Strafmass grundsätzlich höher, wenn dabei nicht-spezifische Substanzen oder Methoden zur Anwendung kommen. Die verbotenen Substanzen in den folgenden Klassen werden als nicht-spezifische betrachtet:

  • S1 Anabolika
  • S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika
  • S4.4 Substanzen, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeports IIB verhindern (z.B. Myostatinhemmer)
  • S4.5 Stoffwechsel-Modulatoren
  • S6.a Nicht-Spezifische Stimulanzien

Die verbotenen Methoden in den folgenden Klassen werden als nicht-spezifische betrachtet:

  • M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen
  • M2.1 Manipulation von Dopingproben
  • M3 Gen- und Zelldoping

Missbrauchssubstanzen

Einzelne verbotene Substanzen werden als Missbrauchssubstanzen eingeteilt, da jene Substanzen in der Gesellschaft häufig ausserhalb des sportlichen Kontextes missbraucht werden. Daher kann die Anwendung oder der Besitz der oben genannten Substanzen milder sanktioniert werden. Diese Bestimmung gilt nur, falls die Substanzen ausserhalb des Wettkampfes und nicht zum Zweck der Leistungssteigerung angewendet wurden.

Die Missbrauchssubstanzen umfassen abschliessend: Kokain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamphetamin (MDMA/«Ecstasy»), Tetrahydrocannabinol (THC).

Bestimmungen der Internationalen Sportverbände

Neben den weltweit gültigen Anti-Doping-Bestimmungen sind auch die Bestimmungen der Internationalen Sportverbände zu beachten. In bestimmten Sportarten sind gewisse Substanzen oder Methoden zusätzlich verboten, obwohl sie nicht auf der Dopingliste aufgeführt sind.

Ein Beispiel: Der internationale Radsportverband UCI verbietet die Anwendung des Schmerzmittels Tramadol. Die Substanz Tramadol ist jedoch nicht auf der Dopingliste.